Mit seinen Ideen, junges Leben in die Bernburger Altstadt zu holen, stößt Olaf Böhlk nicht nur auf Gegenliebe. FOTO: ARCHIV

MZ-Artikel vom 01.07.2011 – Mit dem Ergebnis recht zufrieden

Mit dem Ergebnis recht zufrieden

Mit seinen Ideen, junges Leben in die Bernburger Altstadt zu holen, stößt Olaf Böhlk nicht nur auf Gegenliebe. FOTO: ARCHIV
Olaf Böhlk FOTO: MZ

BERNBURG/MZ. In der vergangenen Woche hat der Bernburger Stadtrat über das Konzept “Fokus Saale” abgestimmt. Es geht in dem Konzept darum, wie in den nächsten Jahren das historische Innenstadtgebiet um Markt, Saalplatz, Freiheit und Krumbholzstraße perspektivisch mit Leben erfüllt werden soll. Vor der Stadtratssitzung hatte sich Olaf Böhlk, Projektleiter der Bernburger Kulturstiftung, in einem offenen Brief an die Stadträte gewandt. Darin warnt er vor voreiligen Schritten. MZ-Redakteur Paul Spengler hat mit Olaf Böhlk darüber gesprochen, wie er die jetzige Situation einschätzt.

Wie zufrieden sind Sie nach der Abstimmung im Rat?

Böhlk: Mit der Entwicklung bin ich ganz zufrieden. Es gab Interesse und die Bereitschaft zur Diskussion, auch zwischen den Fraktionsmitgliedern. Als Erfolg werte ich, dass jedes Gebäude in dem Bereich vor einem Abriss vom Stadtrat genehmigt werden muss. Das heißt, man muss jedes Mal persönlich entscheiden. Das finde ich schon eine Verbesserung.

Wie wichtig waren im Vorfeld die Einladungen des Kreisverbandes der Grünen zu den Montagsforen?

Böhlk:Es war schon mehrfach versucht worden, die Fraktionsspitzen einzuladen. Das wurde jedoch nur spärlich wahrgenommen. Jetzt ist das Klima diskussionsfreudiger geworden.

Haben Sie auch persönliche Angriffe zu spüren bekommen?

Böhlk: Die Streitkultur im Stadtrat muss sich noch entwickeln. Auf der Website www.junges-herz.de habe ich öffentlich gemacht, was Fragen zu meiner Person betrifft. Meine Familie und ich versuchen, ein Gebäude in der Theaterstraße zu erhalten, das im Innenbereich aus einem Fachwerkhaus besteht. Eine Entkernung kommt nicht in Frage, denn das hieße Abriss. Auf der Website ist dies alles dokumentiert. Wir haben da nichts zu verheimlichen.

Was haben Sie bei der Diskussion vermisst?

Böhlk: Ich finde es schade, dass die beiden Kernthemen für die Stadtplanung – demografischer Wandel sowie die Problematik Abwanderung und Fachkräftemangel – am Beispiel von “Fokus Saale” nicht aufgegriffen wurden.

Sie wollen jüngere Leute stärker in Bernburg halten. Wie soll das geschehen?

Böhlk: Das Wichtigste ist, dass die Hochschule Anhalt in das Projekt “Fokus Saale” integriert wird. Sinnvoll wäre, zu diesem Thema ein Kolloquium zu veranstalten. Man sollte darauf schauen, wie andere Städte, zum Beispiel Merseburg, mit diesem Thema umgehen.

Welche Zwischenbilanz ziehen Sie für sich persönlich?

Böhlk: Es haben sich inzwischen viele Menschen mit dem Thema auseinander gesetzt. Wichtig ist, dass auch das Gespräch mit dem Stadtrat stattfindet. Mir ging es vor allem darum, mich bei den Bürgern rückzuversichern, was ihnen wichtig ist. Uns liegt es vor allem am Herzen, dass die Hochschule und die Stadt Bernburg zusammen kommen.