Vom Weimarer Bauhaus zum Bernburger Lohelandgarten

Das Bernburger Lohelandhaus an der "Alten Bibel"
Das Bernburger Lohelandhaus an der “Alten Bibel”

Im Jahr 2019 wird die Welt nach Mitteldeutschland blicken, der Geburtstort der Moderne, das Bauhaus feiert sein 100-jähriges Jubiläum. Jedem Bernburger ist das gleichnamige Gebäude in Dessau bekannt. Die Gründung der weltbedeutenden Gestaltungshochschule fand aber nicht in Dessau, sondern im thüringischen Weimar statt. Zur gleichen Zeit begann in Weimar auch eine junge Frau ihre ersten Schritte in die eigene Selbständigkeit auf der Basis eines damals revolutionären Lebenskonzeptes.

Die Loheland-Gymnastin Magdalene Trenkel und ihr Haus an der “Alten Bibel”

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Magdalene Trenkel vermittelte den ersten „Bauhäuslern“ ganzheitliche Zugänge zur freien Bewegung und Naturerfahrung. Ihren Traum vom „Lohelandgarten“ sollte die junge Diplom-Gymnastiklehrerin aber in Bernburg verwirklichen. Nun droht die Zerstörung ihres Lebenswerkes durch ein umstrittenes Parkplatzprojekt.

Im MZ-Artikel „Wilhelmstraße im Aufwind“ vom 03.10.2013 heißt es: „Darum sind Überlegungen angestellt worden, oberhalb der Wilhelmstraße weitere Parkplätze zu schaffen. Einer soll dorthin kommen, wo die Kaninchenzüchter im Stadtpark derzeit ihr Domizil haben. Sie sollen umziehen. Wer die Treppe zur Alten Bibel hoch geht, würde später rechter Hand auf den Parkplatz treffen. Es wird auch daran gedacht, einen Fahrstuhl an der Treppe zu integrieren, der es Behinderten ermöglicht, den Parkplatz zu nutzen. „Wir verknüpfen hier verschiedene Fördermöglichkeiten. Der Fahrstuhl beispielsweise ist aus dem Programm ,Soziale Stadt‘. Dadurch erlangen wir mehr Spielraum bei der Innenstadtgestaltung“, sagt Dezernent Holger Dittrich.“

Magdalene Trenkel (22.02.1894-19.09.1967) – eine Zeitzeugin der Bauhausgründung im Jahr 1919

Magdalene Trenkel (Foto um 1920) lebte von 1916 bis 1921 in Weimar. (Das Foto stammt aus dem Nachlass ihrer Tochter Renate Müller, welcher von  Dr. Heinrich Trenkel verwaltet wird. Foto zur Verfügung gestellt von Michael Alexander Commichau)
Magdalene Trenkel (Foto um 1920) lebte von 1916 bis 1921 in Weimar. (Das Foto stammt aus dem Nachlass ihrer Tochter Renate Müller, welcher von Dr. Heinrich Trenkel verwaltet wird. Foto zur Verfügung gestellt von Michael Alexander Commichau)

Im April 1919 entstand in Weimar auf der Basis der dortigen Großherzoglichen Kunstgewerbeschule die “wichtigste und einflussreichste Gestaltungshochschule des 20. Jahrhunderts” [1], das Weimarer Bauhaus.

Der erste Direktor und Gründer des Weimarer Bauhauses, Walter Gropius, versammelte an seiner Einrichtung die Avantgarde der europäischen Künstler, darunter Lyonel Feininger, Johannes Itten, Josef Albers, Paul Klee (ab 1921), Wassily Kandinsky (ab 1922) und Oskar Schlemmer (ab 1921)[2].

Nachdem ich inzwischen auch einer Vorführung bei Fräulein Trenkel beigewohnt habe, bin tief überzeugt von Ihren Absichten. Auch die herrlichen Photos weisen es aus, dass Sie einen Weg gefunden haben, der das Programmatische verwirft und die Individuen in den Stand setzt, gestaltend-schöpferisch den Körper zu gebrauchen. Was Sie tun, passt seiner inneren Struktur nach so vollkommen in meine Arbeit hinein, dass ich sehr den Wunsch hätte, dass das Bauhaus mit Ihnen in Kontakt kommt. (Walter Gropius in einem Schreiben  an Hedwig von Roden vom 3. November 1919)[3].

Auch eine junge Gymnastiklehrerin aus Anhalt stellte sich, nur wenige Monate nach der Gründung der Weimarer Institution, dem Urteil des versammelten Kollegiums: Magdalene Trenkel, Tochter des ab 1919 als Gymnasialdirektor in Bernburg tätigen Pädagogen Prof. Paul Trenkel,[4] gab im Weimarer Bauhaus im Dezember 1919 eine Vorführung ihres pädagogischen Könnens.

Vielleicht wollte sich die “Loheländerin” mit der Präsentation Ihrer Unterrichtsmethode sogar beim Bauhaus als Mitarbeiterin bewerben. Aber auch wenn Walter Gropius ihr in einer erst im Jahr 1923 ausgestellten Bescheinigung die “allgemeine Anerkennung der vorzüglichen Leistungen der Erziehungsmethode” [5] zusichert, kam die Anstellung einer Frau in einem derart “körperbetonten” Umfeld, wie der Gymnastik, für die Protagonisten der Moderne wohl nicht infrage [6].

Doch die junge Gymnastiklehrerin unterrichtete schon längst in Weimar. Nicht in einem Anstellungsverhältnis am Bauhaus, sondern als selbständig tätige Pädagogin. Im Jahr 1916 war Magdalene Trenkel mit der Adresse Museumsplatz 6 in Weimar als Lehrerin verzeichnet.[7]

Dazu Elisabeth Mollenhauer‐Klüber: „Magdalene Trenkel (*1894 in Zerbst) gehörte zu den frühen Schülerinnen am Seminar für Klassische Gymnastik unter der Leitung von Hedwig von Rohden und Louise Langgaard, deren Körperbildungskonzept später „Loheland‐Gymnastik“ genannt wurde. Trenkel besuchte das „Seminar für Klassische Gymnastik“ unter der Leitung der beiden Frauen von 1914 bis 1918 (mit Unterbrechung, ev. durch eine erste berufliche Tätigkeit in Weimar)“.[8]

Das moderne Lebenskonzept der wirtschaftlich selbständigen Frau war Teil des Ausbildungsprogramm der Loheland-Gymnastinnen:„Es spricht für den Geist von Loheland, dass dieses pädagogische Konzept von Anfang an mit einem sozialen Aspekt verbunden war. Den jungen Frauen sollte als späteren Gymnastiklehrerinnen berufliche Selbstständigkeit ermöglicht werden. Sie sollten durch die damit geschaffene Unabhängigkeit auch auf Lebensformen vorbereitet werden, die nicht, wie noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts üblich, notwendigerweise auf die Rolle als Hausfrau und Mutter hinausliefen.“[9].

Gemeinsam mit dem Blumenmaler Paul Dobe teilte sich Magdalene Trenkel einen Unterrichtsraum in Weimarer Jakobstraße 2, wo Dobe am 1. April 1919 seine private Kunstschule eröffnet hatte [10].

Heute ist sie vor allem als diejenige bekannt, die die „Bauhäusler“ in Weimar gymnastisch unterrichtete“ schreibt die Archivarin der Loheland-Stiftung, Frau Elisabeth Mollenhauer‐Klüber in einer persönlichen Mitteilung über Magdalene Trenkel. [11]

Magdalene Trenkel entschloss sich im Jahr 1923[12] in jene Stadt zu gehen, in der auch ihr Vater an der Spitze einer führenden Bildungsanstalt wirkte. Ob ihr Umzug nach Bernburg in Zusammenhang mit der Schließung von Dobes Kunstschule im Weimar im Jahr 1922[13] stand, muss noch geklärt werden. Schon 1920 war sie aber nicht mehr in Weimarer Adressbüchern verzeichnet.[14]

Magdalene Trenkels Vater Paul Trenkel wurde 1861 in Bernburg geboren. Am 7.7.1891 heiratete er in Zerbst Bertha Zier. Dort kam auch die Tochter Magdalene zur Welt. Paul Trenkel starb im Alter von 72 Jahren, am 24.12.1933, in der Bernburger Bahnhofsstraße 25a. Dieses Haus wurde auch von Magdalene Trenkel bewohnt.

Vom Knabenhort- zum Lohelandgarten

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Lohelandgarten

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Lohelandgarten 51.797044, 11.741139

Zum Bernburger Buben- oder Knabenhortgarten berichtet Peper in seiner Stadtchronik: „So stiftete Frau Kommerzienrat Brumme 20000 Mark für die Kinderhorte. Da die Schuljugend am Nachmittag vielfach ohne Aufsicht war, zumal dann, wenn die Eltern beide auf Arbeit waren, so war eine Betreuung wohl notwendig, und diese fand sie in den beiden Kinderhorten, dem Knabenhort, der in der alten Friedhofskapelle untergebracht war, und im vor dem Nienburger Tor liegenden Mädchenhort. Die Kinder weilten dort am Nachmittag von 4-6, Mittwochs und Sonntags von 2-6 . Sie erhielten Kaffee, Milch und Semmeln, mußten unter der Aufsicht eines Lehrers ihre Schularbeiten erledigen; im übrigen wurden Spiele gemacht oder wurde in dem dazugehörigen Garten gearbeitet, wo jedem ein Beet zugewiesen wurde.“[15]

Die Gründung eines Bernburger Knabenhortes ging auf eine Anregung von Rektor A. Knorre zurück. Dieser war schon 1882 mit der Neuordnung des Volksschulwesens in Bernburg befasst.

In einem Brief vom 14.11.1893 schlug Knorre dem Oberbürgermeister Pietscher die Gründung eines Knabenhortes nach Stuttgarter Vorbild vor. Die dort vom „Verein Knabenhort in Stuttgart“ erlassene „Ordnung für die Knabenhorte“ diente auch der Bernburger Einrichtung als Vorlage für den am 19.09.1894 von Knorre verfassten Entwurf.
Die Aufgabe des Knabenortes wurde im Absatz 1 der Ordnung formuliert:
„Die Knabenhorte sind dazu bestimmt, solchen Knaben, die von ihren Eltern in der schulfreien Zeit nicht beaufsichtigt werden können, eine Stätte zu bieten, wo sie unter der freundlichen Aufsicht ihrer Lehrer ihre Schulaufgaben ausarbeiten und sich nachher durch Spiel, Lesen und Gesang unterhalten. So oft es die Witterung erlaubt, werden Spaziergänge gemacht; während der heißen Jahreszeit werden die Zöglinge ins Volksbad oder geführt.“

Dieser Entwurf wurde noch um das Tätigkeitsfeld der „leichten Handwerksarbeiten“ durch die Schüler ergänzt.

Am 01.12.1894 fand die Einweihungsfeier des Knabenhortes in der „Capelle des alten Friedhofes“ statt.

Die Entscheidung für die Pacht eines „Anstaltsgartens“ wurde auf einen Hinweis Knorres vom 05.04.1897 an den Oberbürgermeister vorgenommen. Die Verpachtung eines Teils des „Schwarzenburgerschen Grundstücks“ (früher „Schulzesche Gärtnerei“) ermöglichte von nun ab die Nutzung des Knabenhortgartens auf der Alten Bibel.

Quelle: Stadtarchiv Bernburg, Akten des Schulvorstandes zu Bernburg Fi.: 11 – 245, Schulvorstand, generalia, 1893 – 1900, Schulvorstands-Akten Den Knabenhort betreffend

Fünf Jahre nach der Aufnahme ihrer Unterrichtstätigkeit in der Saalestadt pachtete Magdalene Trenkel im Jahr 1928 den ehemaligen „Knabenhortgarten“.

Von nun ab sollte der „Knabenhortgarten“ „Lohelandgarten“ heißen. „Zur Zeit der Weimarer Republik war ,Loheland‘ ein allseitig bekannter Begriff, der keiner weiteren Erläuterung bedurfte“ (Elisabeth Mollenhauer‐Klüber).

Im „Anhalter Kurier“ vom 06.06.1928 warb Magdalene Trenkel mit einer Anzeige für ihr Freizeitangebot für Kinder:

„Im Lohelandgarten (früher Knabenhortgarten) sind in den großen Ferien Spielnachmittage Mittwoch: Loheland-Gymnastik Anfragen und Anmeldungen baldmöglichst an Magdalene Trenkel Dipl.-Lehrerin d. Lohelandschule, Mitglied des Deutschen Gymnastikbundes.“

Ein kurzer redaktioneller Beitrag ergänzte die Werbung:

Lohelandgarten. Es wird uns geschrieben: Nach fünfjähriger Arbeitszeit ist es Frau Magdalene Trenkel gelungen, einen geschützten Garten inmitten der Stadt für den Gymnastikunterricht zu gewinnen. In den großen Ferien kann hier Kindern, die nicht in die Sommerfrische fahren, Gelegenheit gegeben werden zur Erholung in Luft und Sonne.

Vom 1. Juli bis 1. August, von 3-6 Uhr nachmittags, steht der Loheland- (früher Knabenhort-)Garten auf dem alten Friedhof hierfür zur Verfügung. Die Kinder sind unter Aufsicht einer geprüften Kindergärtnerin.

Mittwochnachmittag Lohelandgymnastik, Wiese, Wasser zum Planschen, gedeckter Raum bei Regenwetter sind vorhanden. Den Kindern wird auf Wunsch Milch verabreicht. Die Spielnachmittage können vierwöchentlich und für 14 Tage belegt werden. Der Spielkreis soll 20-25 Kinder nicht überschreiten. Näheres siehe Anzeige.“ [16]

Ab 1934 wurden im Bernburger Lohelandgarten auch KdF-Sportkurse (KdF = nationalsozialistische Gemeinschaft Kraft durch Freude) angeboten.[17]

Vielleicht verdankt Magdalene Trenkel dieser Tatsache auch die Errichtung Ihres „Lohelandhauses“, welches 1935 als „Gymnastikhaus“, vermutlich mit Unterstützung der Stadtverwaltung Bernburg, erbaut wurde.

Magdalene Commichau-Trenkel im Jahr 1965. (Das Foto stammt aus dem Nachlass ihrer Tochter Renate Müller, welcher von  Dr. Heinrich Trenkel verwaltet wird. Foto zur Verfügung gestellt von Michael Alexander Commichau)
Magdalene Commichau-Trenkel im Jahr 1965. (Das Foto stammt aus dem Nachlass ihrer Tochter Renate Müller, welcher von Dr. Heinrich Trenkel verwaltet wird. Foto zur Verfügung gestellt von Michael Alexander Commichau)

Trenkel hatte sicher großen Einfluss auf den Baustil des Hauses. Der Berliner Architekt Dipl. Ing. C. Börner zeichnete im April 1935[18] ein hölzernes Gebäude, welches sich eindeutig an den frühen Bauten der Loheland-Reformsiedlung (bei Künzell in der Nähe von Fulda in Hessen) orientierte.


Entwurfszeichnung für einen “Unterrichtsraum im Loheland‐Garten, Bernburg‐Bergstadt, am alten Friedhof” von Dipl. Ing. C. Börner, Architekt, Berlin W 62, Schillstr. 8., Gezeichnet im April 1935 Quelle: Loheland-Stiftung Archiv, Imv.-Nr.: Z-Bau-14B-1
Mit freundlicher Genehmigung des Loheland-Stiftung Archivs.

Dazu der bereits erwähnte Artikel aus dem Anhalter Kurier: “25 Jahre Loheland-Lehrerin. Am Sonntagnachmittag hielt Frau Trenkel, Gymnastiklehrerin der Schulgruppe Loheland, im “Hohenzollern” eine Unterrichtsvorführung der Kleinkinder, Schulkinder und Erwachsenen ab. Frau Trenkel begrüßte die Gäste und die Schülerinnen und gab aus Anlaß ihrer 25jährigen Tätigkeit als Gymnastiklehrerin einen Querschnitt aus dem Berufe eines Gymnastiklehrers. Sie ist sein 1923, also 17 Jahre, in Bernburg und pachtete 1926 den Lohelandgarten. 1929 wurde erstmalig ein Kinderkursus mit Haltungsfehlern aufgenommen und 1934 traten die KdF.-Sportkurse hinzu. Frau Trenkel danke allen Mitarbeiterinnen, besonders Frau Adam, die seit zehn Jahren die Klavierbegleitung während der Übungsstunden ausübt. Sie dankte ferner Oberbürgermeister Eggert und Bürgermeister Ackermann, die es ihr ermöglichten, das Lohelandhaus zu bauen. Die nun folgenden Vorführungen zeigten die Arbeit der Kurse der Kleinkinder in Spiel und Gymnastik, die der Schulkinder Schulung der Atmung im Spiel, Lied und Bewegung.[19]

Der Grabstein von Magalene Trenkel soll sich auf einem Bernburger Friedhof befunden haben. (Die Aufnahme stammt von Dr. Heinrich Trenkel und wurde zur Verfügung gestellt von Michael Alexander Commichau)
Der Grabstein von Magalene Trenkel soll sich auf einem Bernburger Friedhof befunden haben. (Die Aufnahme stammt von Dr. Heinrich Trenkel und wurde zur Verfügung gestellt von Michael Alexander Commichau)

Eintrittskarte zum Bauhausjubiläum 2019?

Welche Möglichkeiten ergeben sich durch die Wiederentdeckung des Bernburger Lohelandhauses für die Stadt Bernburg?

Perspektivisch besäße der Lohelandgarten das Potential, das derzeit eingeschlafene IBA-Projekt “Aktivpark Alte Bibel” mit dem Weltereignis “Bauhausjubiläum 2019” zu verbinden. Thematisch bestünde mit dem Lohelandgarten und seiner Protagonistin Magdalene Trenkel die Möglichkeit, Bezüge zwischen einem ganzheitlichen Sport- und Naturerleben in Bernburg und dem Weimarer Bauhausumfeld des Jahres 1919 herzustellen und dabei auch die Rolle von modernen Frauen bei der Reformbewegung der Zeit der Weimarer Republik zu beleuchten.

Zunächst muss erst einmal verdeutlicht werden, dass das Bernburger Lohelandhaus nur überleben konnte, weil es fleißige Hände vor dem Verfall bewahrten. Die Bernburger Rassekaninchenzüchter nutzten und pflegten das Objekt in den letzten dreißig Jahren liebevoll und bewahrten es damit in bürgerschaftlichem Engagement vor dem Verfall.

Natürlich sollten auch bei zukünftigen Nutzungen des Hauses nach einem Kompromiss gesucht werden, der diejenigen, die sich jahrelang um das Grundstück kümmerten, nicht vor den Kopf stößt.

Dabei ist Augenmaß und der Wille nach Kooperation notwendig. Alle Partner, der Eigentümer, die derzeitigen Nutzer und jene Menschen, die sich für die Geschichte des Bernburger Lohelandhauses interessieren und es als wertvollen kulturhistorischen Ort erhalten und wiederbeleben wollen, sollten nun gemeinsam darüber nachdenken, wie es mit diesem Bernburger Denkmal der Moderne weitergehen soll.

Wünschenswert wäre es, wenn es gelingen könnte, im Bernburger Lohelandgarten einen Platz zu schaffen, an dem Menschen zusammenkommen, um sich ganzheitlich an der Natur zu erfreuen. Vielleicht bietet sich ja dann auch einmal eine Gelegenheit zu einer Ausstellung, einem Konzert oder – ganz im Sinne der Gründerin – einem Tanz an diesem interessanten Bernburger Kulturort.

Ganz nebenbei erhält Bernburg mit dem Lohelandgarten und -haus und dem Lebenswerk der Gymnastiklehrerin Magdalene Trenkel eine Eintrittskarte in das Weltereignis “100 Jahre Bauhaus” geschenkt.

Nun ist es an uns allen, aus dieser einzigartigen Chance für die Stadt etwas zu machen!

Weitere Informationen

  1. [1]http://www.bauhaus-2019.de/cms/website.php?id=/de/index.htm
  2. [2]http://de.wikipedia.org/wiki/Bauhaus
  3. [3]Köhn, Eckhardt “Pas de deux. Loheland und das Bauhaus”  aus “bauhaus-parallelen”, herausgegeben für den Freundeskreis der Bauhaus-Universität Weimar e.V. und die Loheland-Stiftung von Elisabeth Mollenhauer-Klüber und Michael Siebenbrodt Weimar/Künzell 2012 S. 22
  4. [4]http://recherche.lha.sachsen-anhalt.de/Query/detail.aspx?ID=258080
  5. [5]http://archive.thulb.uni-jena.de/ThHStAW/receive/ThHStAW_file_00000276?jumpback=true&maximized=true&page=BH_Weimar_03_0499.jpg
  6. [6]http://www.zeit.de/kultur/kunst/2012-07/bauhaus-frauen/seite-1
  7. [7]Mitteilung von Frau Ute Ackermann, Klassik Stiftung Weimar
  8. [8]Mitteilung vom 14.10.2013
  9. [9]Köhn, Eckhardt; Mollenhauer-Klüber, Elisabeth (2006) “ZUR AUSSTELLUNG DES VONDERAU MUSEUMS FULDA SEPTEMBER – OKTOBER 2004”
  10. [10]Rosenbaum, Alexander (2009): Paul Dobe zwischen Kunsthochschule und Bauhaus S. 196 online unter: http://www.klassik-stiftung.de/uploads/tx_lombkswdigitaldocs/Jahrbuch_2009_Rosenbaum.pdf
  11. [11]Mitteilung vom 14.10.2013
  12. [12]Zeitungsartikel Anhalter Kurier „25 Jahre Loheland-Lehrerin“ vom 12.11.1940
  13. [13]Rosenbaum (2009) S. 202
  14. [14]Mitteilung von Frau Ute Ackermann, Klassik Stiftung Weimar
  15. [15]Peper,Hans (1938) Geschichte der Stadt Bernburg S. 359
  16. [16]Anhalter Kurier vom 06.06.1928, „Bernburgische Zeitung“
  17. [17]Artikel: “25 Jahre Loheland-Lehrerin.”, Anhalter Kurier vom 12.11.1940
  18. [18]Mollenhauer‐Klüber 14.10.2013
  19. [19]Artikel: “25 Jahre Loheland-Lehrerin.”, Anhalter Kurier vom 12.11.1940