Die Salomonischen Säulen am Eingang der Bernburger St. Nikolaikirche

Das Fehlen der konstruktiven Notwendigkeit, die paarweise Anordnung und die aufwendige Gestaltung charakterisieren die beiden Säulen am Eingang als Salomonische Säulen.

Ursprünglich besaß die St. Nikolaikirche, ebenso wie die Marienkirche, 2 Eingangsportale auf der Südseite1)Dieser Text entstand für unsere Neujahrsgrußkarte 2010 und enthält keine Fußnoten. Den entscheidenen Hinweis auf die Salomonischen Säulen verdanke ich Dr. Stephan Hoppe vom Kunsthistorischen Institut der Universität zu Köln.

Das noch heute erhaltene westliche Portal wird von zwei gedrehten Säulen flankiert.

Bei diesen Säulen handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine Nachbildung der Säulen des Salomonischen Tempels.

Das Motiv der gedrehten Säule als Darstellung der Salomonischen Tempelsäulen geht auf eine prominente Verwechslung zurück.

Im Jahr 1438 bezeugte eine im Petersdom in Rom angebrachte Tafel die Identität der gewundenen Säulen am Petrusgrab mit den Säulen des Salomonischen Tempels.

Da sich Jesus gegen eine von ihnen gelehnt habe, erlangte diese Säule, die als „Colonna santa“ verehrt wurde, die Kraft, böse Geister zu vertreiben.

Salomonische Säulen am südlichen Eingang der Kathedrale von Senlis (erstes Drittel 16. Jh.)

Bei den Säulen handelte es sich um spätantike Fundstücke, die ursprünglich zu der um 324 begonnenen ersten Petersbasilika gehörten.
Traditionell werden die beiden Säulen am Eingang des Salomonischen Tempels mit den Namen „ACHIM” und „BOOZ” assoziiert.

Sie schützen im Sinne von Standhaftigkeit und Stärke und als symbolische Repräsentation der Heiligen die Kirche vor dem Eindringen böser Geister und sind gleichzeitig Symbol für die Erwählung der Guten und die Verdammnis der Bösen.

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Fußnoten   [ + ]

1. Dieser Text entstand für unsere Neujahrsgrußkarte 2010 und enthält keine Fußnoten. Den entscheidenen Hinweis auf die Salomonischen Säulen verdanke ich Dr. Stephan Hoppe vom Kunsthistorischen Institut der Universität zu Köln.