{"id":582,"date":"2011-06-29T23:47:48","date_gmt":"2011-06-29T21:47:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/?p=582"},"modified":"2013-11-19T19:25:52","modified_gmt":"2013-11-19T18:25:52","slug":"initiative-junges-herz-etappen-resumee-eines-selbstversuches","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/2011\/06\/29\/initiative-junges-herz-etappen-resumee-eines-selbstversuches\/","title":{"rendered":"Initiative Junges Herz &#8211; Etappen-Res\u00fcmee eines Selbstversuches"},"content":{"rendered":"<h1>Etappen-Res\u00fcmee eines Selbstversuches<\/h1>\n<figure id=\"attachment_368\" aria-describedby=\"caption-attachment-368\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2011\/06\/olaf-trommeln-mz-15.06.2011.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-0\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-368\" title=\"\" src=\"http:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2011\/06\/olaf-trommeln-mz-15.06.2011.jpg\" alt=\"Trommeln auf dem Karlsplatz am 14.06.2011\" width=\"300\" height=\"255\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-368\" class=\"wp-caption-text\">Trommeln auf dem Karlsplatz am 14.06.2011 MZ-Foto: E. P\u00fclicher<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mit einigen Tagen Abstand kann nun ein Zwischenfazit meiner Initiative \u201eBernburg braucht ein junges Herz\u201c gezogen werden.<\/p>\n<p>Zum <a title=\"Teilerfolg bei Stadtratssitzung: \u201eFokus Saale\u201c angenommen, \u201eAbrisse\u201c erschwert\" href=\"http:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/2011\/06\/26\/teilerfolg-bei-stadtratssitzung-%e2%80%9efokus-saale%e2%80%9c-angenommen-%e2%80%9eabrisse%e2%80%9c-erschwert\/\">Ergebnis und Verlauf<\/a> der Stadtratssitzung habe ich mich ja bereits ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p>Nun kommt es darauf an, wie es weitergeht. Zu einer allgemeinen Belebung der Diskussionsbereitschaft der Lokalpolitik um das Thema Hochschule, St\u00e4dtebau und Zukunft scheint es ja bereits gekommen zu sein (<a title=\"MZ-Artikel Miteinander reden, aufeinander zugehen vom 29.06.2011\" href=\"http:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/2011\/06\/29\/mz-artikel-miteinander-reden-aufeinander-zugehen-vom-29-06-2011\/\" target=\"_blank\">siehe Pressebericht vom Montagsforum am 27.06.2011<\/a>).<!--more--><\/p>\n<h2>Was wird aus der Idee \u201eEin junges Herz\u201c?<\/h2>\n<p>Die Idee ist geboren und viele Menschen finden sie gut. Bisher wurde ja nur \u00fcber \u201eFokus Saale\u201c abgestimmt. Die Stadtverwaltung war immer bem\u00fcht, \u201eFokus Saale\u201c nur als Rahmen darzustellen. Konkrete Projekte sollen nun erst diskutiert werden. Weder mein Vorschlag \u201eein Viertel f\u00fcr junge Menschen\u201c noch andere konkrete Projekte f\u00fcr \u201eFokus Saale\u201c, wie beispielsweise innovative, generations\u00fcbergreifende Wohnkonzepte f\u00fcr Senioren, auch mit kleinem Geldbeutel, oder die Einbeziehung der Hochschule Anhalt in die Konzeption \u201eFokus Saale\u201c wurden bisher offiziell im Stadtrat thematisiert.<\/p>\n<p>Ich habe die Gr\u00fcndung einer Bernburger B\u00fcrgerstiftung nach dem Vorbild der \u201eB\u00fcrgerstiftung f\u00fcr Chemnitz\u201c angeregt.<\/p>\n<p>Nun ist es an der Zeit, in die konkrete Planung einzutreten. Das schaffe ich nat\u00fcrlich nicht allein. Daf\u00fcr brauche ich Mitstreiter und ich z\u00e4hle darauf, dass sich viele Menschen daf\u00fcr begeistern lassen, konkret die Zukunft ihrer Stadt zu gestalten.<\/p>\n<h2>Demokratische Kultur in Bernburg<\/h2>\n<p>Neben dem Kampf f\u00fcr das Ziel, die Reste der Altstadt zu erhalten und mit jungem Leben zu erf\u00fcllen, wollte ich mir mit meiner Initiative auch die derzeitige demokratische Kultur in Bernburg vergegenw\u00e4rtigen.<\/p>\n<p>Vor etwas mehr als zwanzig Jahren habe ich als Mitglied des \u201eNeuen Forums\u201c daf\u00fcr demonstriert, meine Meinung offen zu sagen und f\u00fcr diese auch offen und demokratisch bei meinen Mitmenschen um Unterst\u00fctzung werben zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Nun wollte ich f\u00fcr mich selbst auch einmal herausfinden, was von den Tr\u00e4umen der Wendezeit noch in der heutigen Bernburger politischen Realit\u00e4t \u00fcbrig geblieben ist.<\/p>\n<p>Ich bin f\u00fcr die zahlreichen Gespr\u00e4che, die Zustimmung aber auch die Kritik der letzten Wochen dankbar.<\/p>\n<p>Best\u00fcrzt war ich \u00fcber die Angst vieler Menschen vor negativen Folgen einer Meinungs\u00e4u\u00dferung oder gar einer Unterschrift.<\/p>\n<p>Sehr eng sind offensichtlich die Spielr\u00e4ume von denjenigen geworden, die in direkter Abh\u00e4ngigkeit von den derzeit vorherrschenden Machtstrukturen stehen. Mitarbeiter der Verwaltung oder von deren Tochterunternehmen dr\u00fcckten mir ihre Sympathie aus, erbaten sich aber Anonymit\u00e4t. Viele Gewerbetreibende teilten mein Anliegen, trauten sich aber nicht, sich offen dazu zu bekennen und es zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Wie kann es sein, dass 20 Jahre nach der politischen Wende Menschen wieder bef\u00fcrchten, wegen einer Meinungs\u00e4u\u00dferung Repressalien erleiden zu m\u00fcssen?<\/p>\n<p>Dieses Klima kann in unserer Stadt nicht weiter erduldet werden, denn das Resultat dieser Situation ist der Verlust von Leistung f\u00fcr Bernburg: Jeder Mensch, der sich zur\u00fcckzieht, der aus Angst vor Folgen schweigt, der resigniert und nur noch im Stillen meckert, jede Idee, die zur\u00fcckgewiesen wird oder nicht einmal den Kopf ihres Sch\u00f6pfers verl\u00e4sst, geht unserer Stadt verloren!<\/p>\n<h2>Realpolitik in Bernburg: Kungelei statt Demokratie?<\/h2>\n<figure id=\"attachment_586\" aria-describedby=\"caption-attachment-586\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2011\/06\/Sitzverteilung-im-Stadtrat-2009.png\" data-rel=\"lightbox-image-1\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-586\" title=\"\" src=\"http:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2011\/06\/Sitzverteilung-im-Stadtrat-2009-300x206.png\" alt=\"Sitzverteilung im Bernburger Stadtrat nach der Kommunalwahl 2009\" width=\"300\" height=\"206\" srcset=\"https:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2011\/06\/Sitzverteilung-im-Stadtrat-2009-300x206.png 300w, https:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2011\/06\/Sitzverteilung-im-Stadtrat-2009.png 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-586\" class=\"wp-caption-text\">Sitzverteilung im Bernburger Stadtrat nach der Kommunalwahl 2009<\/figcaption><\/figure>\n<p>Oberfl\u00e4chlich betrachtet braucht man sich um Bernburg scheinbar keine Sorgen zu machen: Zahlreiche sanierte Geb\u00e4ude und ratternde Baufahrzeuge an vielen Stellen des Ortes suggerieren das Bild einer vor Wohlstand sprudelnden und lebendigen Kleinstadt. Die \u00f6ffentlichen Freizeiteinrichtungen versorgen &#8211; quersubventioniert von den Bernburger Stadtwerken &#8211; die Bev\u00f6lkerung mit M\u00f6glichkeiten, sich au\u00dferhalb der Arbeitszeit zu entspannen, \u00f6ffentliche Kultureinrichtungen &#8211; ebenfalls subventioniert &#8211; bieten eine f\u00fcr kleinst\u00e4dtische Verh\u00e4ltnisse solide Grundversorgung. Zahlreiche Sportvereine, unterschiedlich stark von der \u00f6ffentlichen Hand unterst\u00fctzt, tragen zur Freizeitkultur nicht unerheblich bei.<\/p>\n<figure id=\"attachment_587\" aria-describedby=\"caption-attachment-587\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2011\/06\/Sitzverteilung-im-Stadtrat-nach-2010.png\" data-rel=\"lightbox-image-2\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-587\" title=\"\" src=\"http:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2011\/06\/Sitzverteilung-im-Stadtrat-nach-2010-300x219.png\" alt=\"Aktuelle Sitzverteilung im Bernburger Stadtrat nach den Eingemeindungen 2010\" width=\"300\" height=\"219\" srcset=\"https:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2011\/06\/Sitzverteilung-im-Stadtrat-nach-2010-300x219.png 300w, https:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2011\/06\/Sitzverteilung-im-Stadtrat-nach-2010.png 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-587\" class=\"wp-caption-text\">Aktuelle Sitzverteilung im Bernburger Stadtrat nach den Eingemeindungen 2010 (Quelle)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Dieser Bernburger Wohlstand erscheint gegen\u00fcber vielen Nachbarst\u00e4dten \u00fcppig. Das Argument, dass es in Bernburg besser aussieht, als in vielen mitteldeutschen Orten ist sicher nicht von der Hand zu weisen. Warum also Kritik \u00e4u\u00dfern?<\/p>\n<p>Dem sauberen und intakten Bild unserer Stadt stehen auch Probleme gegen\u00fcber. Die Politiker klagen \u00fcber mangelndes Engagement der Bernburger B\u00fcrger. Wenn man nach zuk\u00fcnftigen Bewerbern f\u00fcr Stadtratsmandate sucht, erntet man oft Desinteresse. Vielen Bernburgern erscheint es sinnlos, sich politisch zu engagieren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_593\" aria-describedby=\"caption-attachment-593\" style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignright\"><a title=\"Adressliste Stadtrat Bernburg\" href=\"http:\/\/www.bernburg.de\/media\/stadtrat_und_ausschuesse\/adressen-rat-neu_-_2014.pdf\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-593\" title=\"icon-adressen-stadtratsmitglieder\" src=\"http:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2011\/06\/icon-adressen-stadtratsmitglieder.png\" alt=\"Icon Adressliste der Bernburger Stadtratsmitglieder\" width=\"150\" height=\"210\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-593\" class=\"wp-caption-text\">Adressliste der Bernburger Stadtratsmitglieder (Quelle Stadt Bernburg)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nach zwanzig Jahren Daueropposition und ebenso langer Regierung immer der gleichen Menschen und Strukturen (nach den Eingemeindungen im Jahr 2010 versch\u00e4rfte sich die Situation weiter, siehe <a title=\"MZ-Artikel vom 30.04.2010\" href=\"http:\/\/www.mz-web.de\/archiv\/Bernburgs-Stadtrat-vergroessert-sich\/HC-04-30-2010-08200079D807.htm\" target=\"_blank\">MZ-Artikel vom 30.04.2010<\/a> und vom <a title=\"MZ-Artikel vom 09.11.2010\" href=\"http:\/\/www.mz-web.de\/archiv\/Fraktionen-buhlen-um-die-neuen-Bernburger-Stadtraete\/HC-11-09-2010-08200086071E.htm\" target=\"_blank\">09.11.2010<\/a>) erscheint die politische Kultur in Ritualen erstarrt. Wenn Mitglieder einer Oppositionsfraktion im Stadtrat etwas umsetzen wollen, versuchen sie sich in inoffiziellen Gespr\u00e4chen mit dem politischen Gegner zu einigen oder mit diesem zu handeln. Wer etwas erreichen m\u00f6chte, muss mit den richtigen Personen ins Gespr\u00e4ch kommen und diese irgendwie \u00fcberzeugen. Damit schrumpft die Gruppe derjenigen, die \u00fcberhaupt etwas entscheiden k\u00f6nnen auf wenige Menschen in der Stadt zusammen. Der gesamte Prozess ist f\u00fcr die B\u00fcrger v\u00f6llig undurchsichtig. Der Stadtrat spielt als Ort der Entscheidungsfindung bei der haushohen Mehrheit einer immer gleichen politischen Gruppierung faktisch keine Rolle mehr, den Rest erledigt die Fraktionsdisziplin.<\/p>\n<h2>Demokratie sieht anders aus!<\/h2>\n<p>Wer sich fragt, warum B\u00fcrger an der politischen Arbeit keinen Gefallen mehr finden, muss hier ansetzen. Es macht einfach keinen Spa\u00df, keine Chance zu haben und nur aufgrund der Gnade weniger Personen Demokratie spielen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Wenn Bernburgs Entwicklung, wie bisher, weiterhin davon abh\u00e4ngen w\u00fcrde, m\u00f6glichst viel Geld, das in Baden-W\u00fcrttemberg oder Bayern erwirtschaftet wird, in unsere Stadt zu lenken, br\u00e4uchten wir vermutlich keine demokratischen Strukturen sondern nur eine f\u00e4hige Verwaltung, die virtuos auf der Klaviatur der F\u00f6rdermittelantr\u00e4ge spielen kann. Dieser Teil scheint ja im Moment recht gut zu funktionieren.<\/p>\n<p>Leider wird sich dieser Zustand aber bald ver\u00e4ndern, denn die F\u00f6rdert\u00f6pfe werden kleiner! Irgendwann kommt die Zeit, in der wir nur noch das ausgeben k\u00f6nnen, was wir auch selbst in unserer Stadt erwirtschaften.<\/p>\n<p>F\u00f6rdermittel haben, wie medizinische Medikamente leider auch Nebenwirklungen. Wer seinen K\u00f6rper st\u00e4ndig mit Pillen f\u00fcttert, l\u00e4hmt das eigene Immunsystem.<\/p>\n<p>Dieses Immunsystem bilden Menschen, die Freude an der Entwicklung ihrer Stadt haben und die sich zusammenschlie\u00dfen, um ihre Tr\u00e4ume zu verwirklichen.<\/p>\n<p>Wir waren vor kurzem zu Besuch in der Dresdener Frauenkirche. Ich bin fest der Meinung, dass jeder F\u00f6rdermittelantrag zum Wiederaufbau dieses Bauwerks gescheitert w\u00e4re. Aber Menschen, die eine Vision hatten, haben in Dresden das Wunder Frauenkirche Wirklichkeit werden lassen. Diese Kraft ist es, die auch eine Stadt wie Bernburg in Zukunft ben\u00f6tigen wird, damit unser Ort eine lebendige Zukunft hat.<\/p>\n<h2>Wir brauchen die K\u00f6pfe und die Herzen der B\u00fcrger f\u00fcr unsere Stadt!<\/h2>\n<p>Leider haben diejenigen, die derzeit \u00fcber die Macht in unserer Stadt verf\u00fcgen scheinbar noch nicht verstanden, dass die wichtigsten Ressourcen der Zukunft nicht Salz oder Kalk sind, sondern jene Menschen, die sich kreativ und konstruktiv in die Stadtkultur einbringen und der Entwicklung damit neue Impulse geben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Wirtschaft sich engagierte Fachkr\u00e4fte viel kosten l\u00e4sst, verzichten wir in unserer Stadt noch zu h\u00e4ufig darauf, alle Akteure oder Gruppen einzubinden, zu motivieren und zum Mitdenken zu animieren.<\/p>\n<p>Hier helfen leider keine noch so gut gemeinte \u201eMeckerecken\u201c oder andere \u201eVentile\u201c, um den Dampf aus dem Kessel abzulassen. Auch in der DDR wurden die Menschen best\u00e4ndig aufgefordert, ihren Betrieb, ihren Ort oder das Land durch \u201eNeuerervorschl\u00e4ge\u201c zu verbessern. Das Ergebnis ist bekannt!<\/p>\n<p>Dem gegen\u00fcber schafft freie Demokratie, bei richtiger Anwendung, erheblich mehr Leistung. Sie funktioniert aber nur, wenn nicht die Entscheidungen schon von vornherein fest stehen. Der freie Markt von Ideen und Vorschl\u00e4gen muss gew\u00e4hrleistet werden, damit ein demokratisches Klima entsteht. \u00c4hnlich wie eine Planwirtschaft der Marktwirtschaft unterlegen war, so ist auch eine geplante Demokratie gegen\u00fcber der wirklichen Meinungsvielfalt und dem freien Spiel der politischen Kr\u00e4fte leistungs\u00e4rmer. Ein Klammern an die Macht um jeden Preis zeugt nicht von demokratischer Kultur!<\/p>\n<h2>Werben um B\u00fcrger, nicht nur im Wahlkampf<\/h2>\n<p>Bis zur n\u00e4chsten Stadtratswahl im Jahr 2014 sollten die Bernburger Oppositionsparteien daran arbeiten, ihre Kommunikation mit den B\u00fcrgern zu verbessern. Wichtig ist, dass sich die Parteien st\u00e4rker auf die zuk\u00fcnftige Entwicklung unserer Stadt konzentrieren. Ideen zur zuk\u00fcnftigen Stadtentwicklung, der Integration aller sozialen Gruppen, der F\u00f6rderung junger Familien und dem Schutz des sozialen Miteinanders im Alter und der St\u00e4rkung der B\u00fcrgerbeteiligung werden in der n\u00e4chsten Stadtratswahl entscheidend sein.<\/p>\n<p>Bis dahin sollten alle Bernburger Demokraten daran arbeiten, dass Kommunalpolitik wieder spannend wird. Dabei m\u00fcssen die Parteien verst\u00e4rkt darauf achten, dass Ihre parlamentarische Arbeit im Stadtrat auch dem B\u00fcrger der Stadt bewusst wird. Diese Informationen kann nicht allein die Verwaltung oder die Presse unter die Einwohnerschaft bringen, hier ist jede Partei oder W\u00e4hlervereinigung selbst verantwortlich.<\/p>\n<p>Wir brauchen in der Stadt Pers\u00f6nlichkeiten oder Gruppen, die f\u00fcr bestimmte Themen stehen. Das Hauptproblem \u201eDemographischer Wandel\u201c darf nicht mehr verdr\u00e4ngt werden, sondern muss in das Zentrum der Aufmerksamkeit r\u00fccken!<\/p>\n<p>Der Wahlkampf f\u00fcr 2014 beginnt nicht erst ein halbes Jahr vor dem Wahltermin, sondern jetzt!<\/p>\n<h2>Zwei Vorschl\u00e4ge zur Verbesserung der Transparenz<\/h2>\n<h3>B\u00fcrgerpavillon<\/h3>\n<p>Ich w\u00fcrde gern vorschlagen, einen B\u00fcrgerpavillon einzurichten. Dabei sollte es sich nicht um ein festes Geb\u00e4ude, sondern um einen beweglichen Pavillon handeln, der vorzugsweise seinen Aufstellungsort auf dem Karlsplatz aber auch, je nach Problematik, auf dem Altstadtmarkt finden kann. Dieser B\u00fcrgerpavillon k\u00f6nnte zur behindertengerechten Ausstellung aller Vorlagen und Projekte des Stadtrates, bei denen die B\u00fcrgerschaft informiert werden muss, dienen. Weiterhin w\u00e4re es sch\u00f6n, wenn B\u00fcrgerinitiativen am B\u00fcrgerpavillon eine kostenlose Sondernutzung f\u00fcr Informationsveranstaltungen und Unterschriftensammlungen einger\u00e4umt wird. Mich hat die Unterschriftensammlung am 14.06.2011 die Sondernutzungsgeb\u00fchr von 20,50 \u20ac gekostet. Es kann aber nicht sein, dass sich Demokratie am Geldbeutel entscheidet.<\/p>\n<p>Mindestens einmal im Monat k\u00f6nnte im Pavillon dann auch eine \u00f6ffentliche B\u00fcrgersprechstunde zu aktuellen Themen unter Mitwirkung der Stadtverwaltung organisiert werden.<\/p>\n<p>Diese B\u00fcrgersprechstunde sollte am Samstagvormittag stattfinden, um eine breite Teilnahme abzusichern. Die Konzeption eines B\u00fcrgerpavillons w\u00e4re sicher auch ein interessantes Projekt f\u00fcr die Hochschule Anhalt!<\/p>\n<h3>Verlegung der Sitzungstermine des Stadtrates auf den Freitag-Abend<\/h3>\n<p>Die letzte Sitzung des Stadtrates fand am 23.06.2011, einem Donnerstag, um 16:00 Uhr statt. Zahlreiche B\u00fcrger k\u00f6nnen zu diesem Zeitpunkt nicht an Sitzungen teilnehmen. Wer kann schon sein Gesch\u00e4ft um diese Zeit schlie\u00dfen, seine Baustelle liegen lassen oder einen Kunden wegschicken, um an einem Wochentag um 16:00 Uhr an einer Ratssitzung teilzunehmen? Ich denke es w\u00fcrde einen Schub an \u00d6ffentlichkeit geben, wenn die Ratssitzungen zu b\u00fcrgerfreundlicheren Zeiten stattfinden w\u00fcrden. Ein Vorschlag w\u00e4re es, die Sitzungen zuk\u00fcnftig am Freitag- oder Samstagabend, ab 18:00 Uhr stattfinden zu lassen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Etappen-Res\u00fcmee eines Selbstversuches Mit einigen Tagen Abstand kann nun ein Zwischenfazit meiner Initiative \u201eBernburg braucht ein junges Herz\u201c gezogen werden. Zum Ergebnis und Verlauf der Stadtratssitzung habe ich mich ja bereits ge\u00e4u\u00dfert. Nun kommt es darauf an, wie es weitergeht. 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