{"id":2410,"date":"2016-07-01T19:15:48","date_gmt":"2016-07-01T17:15:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/?p=2410"},"modified":"2016-07-01T19:31:07","modified_gmt":"2016-07-01T17:31:07","slug":"leserbrief-wehr-wird-bei-hochwasser-zum-flaschenhals-vom-01-07-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/2016\/07\/01\/leserbrief-wehr-wird-bei-hochwasser-zum-flaschenhals-vom-01-07-2016\/","title":{"rendered":"Leserbrief &#8220;Wehr wird bei Hochwasser zum Flaschenhals&#8221; vom 01.07.2016"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2016\/07\/R\u00fcckstau-Wehr.png\" data-rel=\"lightbox-image-0\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2412\" src=\"http:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2016\/07\/R\u00fcckstau-Wehr.png\" alt=\"R\u00fcckstau-Wehr\" width=\"1200\" height=\"1004\" data-wp-pid=\"2412\" srcset=\"https:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2016\/07\/R\u00fcckstau-Wehr.png 1200w, https:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2016\/07\/R\u00fcckstau-Wehr-300x251.png 300w, https:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2016\/07\/R\u00fcckstau-Wehr-768x643.png 768w, https:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2016\/07\/R\u00fcckstau-Wehr-1024x857.png 1024w, https:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2016\/07\/R\u00fcckstau-Wehr-800x669.png 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>Zum MZ-Artikel &#8220;Schutzring um die Talstadt&#8221; vom 17. Juni, Seite 9:<\/strong><\/p>\n<p>In meinem vor einem Jahr, am 26. Juni, in der MZ ver\u00f6ffentlichten Leserbrief zur Informationsveranstaltung &#8220;Hochwasserschutz&#8221; mit dem Direktor des Landesbetriebes f\u00fcr Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt, Herrn Burkhard Henning, \u00e4u\u00dferte ich die Hoffnung, dass die f\u00fcr Bernburg bei Extremhochwassern wichtige Umflutmulde \u00fcber die R\u00f6\u00dfe und den Waldauer Anger wieder instand gesetzt wird.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDamals hatte Herr Henning \u00f6ffentlich angek\u00fcndigt, sich pers\u00f6nlich dieses Anliegens anzunehmen. Ein Jahr sp\u00e4ter soll nun die erhebliche Summe von 5,5 Millionen Euro in den Bernburger Hochwasserschutz investiert werden. Die historische Flutmulde spielt aber offenbar leider bei diesen Planungen bisher erneut keine Rolle.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1920\" aria-describedby=\"caption-attachment-1920\" style=\"width: 700px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2013\/11\/20130621-Saale-Bauzaun.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-1\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1920\" src=\"http:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2013\/11\/20130621-Saale-Bauzaun.jpg\" alt=\"Ein Bauzaun am Saaleufer oberhalb des Wehres zeigt die H\u00f6he des Wasserstandes in diesem Bereich an. Treibgut kennzeichnet die Durchstr\u00f6mung in diesem Bereich. Hier f\u00fchrt der R\u00fcckstau des Wehres zu einer teilweisen Verlagerung des Stromes in den Altarm. Foto vom 21.06.2013.\" width=\"700\" height=\"420\" data-wp-pid=\"1920\" srcset=\"https:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2013\/11\/20130621-Saale-Bauzaun.jpg 700w, https:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2013\/11\/20130621-Saale-Bauzaun-300x180.jpg 300w, https:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2013\/11\/20130621-Saale-Bauzaun-500x300.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1920\" class=\"wp-caption-text\">Ein Bauzaun am Saaleufer oberhalb des Wehres zeigt die H\u00f6he des Wasserstandes in diesem Bereich an. Treibgut kennzeichnet die Durchstr\u00f6mung in diesem Bereich. Hier f\u00fchrt der R\u00fcckstau des Wehres zu einer teilweisen Verlagerung des Stromes in den Altarm. Foto vom 21.06.2013.<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_1922\" aria-describedby=\"caption-attachment-1922\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2013\/11\/20130630-Uferweg-am-Tierpark.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-2\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1922\" src=\"http:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2013\/11\/20130630-Uferweg-am-Tierpark.jpg\" alt=\"Gegen\u00fcber dem Bauzaun zeigen weitr\u00e4umige Ablagerungen von Treibgut im Zaun des Bernburger Tiergartens die Str\u00f6mungst\u00e4tigkeit in diesem Bereich an. Hier wird die Str\u00f6mung vom Wehr in den Altarm gedr\u00fcckt. Foto vom 30.06.2013.\" width=\"800\" height=\"480\" data-wp-pid=\"1922\" srcset=\"https:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2013\/11\/20130630-Uferweg-am-Tierpark.jpg 800w, https:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2013\/11\/20130630-Uferweg-am-Tierpark-300x180.jpg 300w, https:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2013\/11\/20130630-Uferweg-am-Tierpark-500x300.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1922\" class=\"wp-caption-text\">Gegen\u00fcber dem Bauzaun zeigen weitr\u00e4umige Ablagerungen von Treibgut im Zaun des Bernburger Tiergartens die Str\u00f6mungst\u00e4tigkeit in diesem Bereich an. Hier wird die Str\u00f6mung vom Wehr in den Altarm gedr\u00fcckt. Foto vom 30.06.2013.<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_1923\" aria-describedby=\"caption-attachment-1923\" style=\"width: 700px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2013\/11\/20130630-Rosenhag.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-3\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1923\" src=\"http:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2013\/11\/20130630-Rosenhag.jpg\" alt=\"Ein Teil des Stromes umging das Wehr und floss hier am Rosenhag vom Oberlauf direkt in den Unterlauf. Foto vom 30.06.2013.\" width=\"700\" height=\"420\" data-wp-pid=\"1923\" srcset=\"https:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2013\/11\/20130630-Rosenhag.jpg 700w, https:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2013\/11\/20130630-Rosenhag-300x180.jpg 300w, https:\/\/www.boehlk.eu\/bernburger-freiheit\/files\/2013\/11\/20130630-Rosenhag-500x300.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1923\" class=\"wp-caption-text\">Ein Teil des Stromes umging das Wehr und floss hier am Rosenhag vom Oberlauf direkt in den Unterlauf. Foto vom 30.06.2013.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Jahrhundertelang bildete die Kombination aus Mauer und Graben das bauliche Hochwasserschutzsystem der mitten im Flusstal der Saale aus zwei Teilen zusammengewachsenen historischen Bernburger Inselstadt. Das dabei praktizierte Konzept, die zerst\u00f6rerische Str\u00f6mung des hochwasserf\u00fchrenden Flusses aus der Siedlung herauszuhalten und sonst das Wasser m\u00f6glichst ungehindert flie\u00dfen zu lassen, war auch bei h\u00f6heren Pegelst\u00e4nden als 2013 offenbar schon relativ erfolgreich. Dass nun die seit Jahrzehnten vernachl\u00e4ssigte Stadtmauer wieder repariert und erg\u00e4nzt wird, ist auf jeden Fall eine gute Sache. Wunder sollte man aber nicht erwarten. Warum an bestimmten Stellen Spundw\u00e4nde metertief in das Flusstal getrieben werden sollen, w\u00e4hrend man in anderen Abschnitten offenbar komplett auf diese Ma\u00dfnahme verzichten m\u00f6chte, wurde bisher nicht klar. Ohnehin h\u00e4tte der Versuch, die gesamte Talstadt unterirdisch &#8220;abzudichten&#8221; gravierende Folgen, denn der wasserges\u00e4ttigte Auenlehmboden w\u00fcrde bei einem so gro\u00dffl\u00e4chigen Eingriff in den Grundwasserhaushalt seine statischen Eigenschaften ver\u00e4ndern. Weiterhin kann aufgrund arch\u00e4ologischer Grabungen und schriftlicher Hinweise angenommen werden, dass viele historische Bauwerke der Talstadt auf Holzkonstruktionen gegr\u00fcndet sind. Auch hier h\u00e4tte ein langfristiger Eingriff in den Grundwasserk\u00f6rper unabsehbare Folgen. Zu guter Letzt sollte beachtet werden, dass Fl\u00fcsse in T\u00e4lern auch unterirdisch flie\u00dfen. Wie wird diese unterirdische Str\u00f6mung, welcher derzeit noch die gesamte Breite der Talsohle zur Verf\u00fcgung steht, im Hochwasserfall reagieren, wenn ihr nun der Weg im Boden teilweise versperrt wird? Ist es \u00fcberhaupt m\u00f6glich und sinnvoll, aus der Talstadt einen &#8220;Topf&#8221; zu machen? Jeder, der f\u00fcr den Erhalt der Bundeswasserstra\u00dfe Saale Staustufen im Fluss bef\u00fcrwortet, sollte auch zur Verantwortung f\u00fcr die \u00f6kologischen Folgen dieser Bauwerke stehen. Das Bernburger Wehr wird im Fall von Extremhochwassern zum Flaschenhals. Die Staustufe wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder ver\u00e4ndert und erh\u00f6ht, um ihre Wirkung zu verst\u00e4rken. Auf Hochwasser wurde dabei keine R\u00fccksicht genommen, denn die &#8220;historische Umflut&#8221; \u00fcber den Waldauer Anger bildete das notwendige &#8220;Sicherheitsventil&#8221;.<\/p>\n<p>Noch beim Hochwasser 1947 konnte sie vom Fluss ungehindert durchstr\u00f6mt werden, wie ein Augenzeuge in einem Artikel in der &#8220;Freiheit&#8221; vom 17. M\u00e4rz 1947 beschreibt: &#8220;Die R\u00f6\u00dfe ist wieder zum rei\u00dfenden Saalearm geworden, durch den sich die Wasser in eilendem Zuge in die Gro\u00dfe Aue w\u00e4lzen.&#8221; Diese wichtige Funktion der historischen Flutmulde wurde in den vergangenen 65 Jahren durch Unkenntnis zerst\u00f6rt. 2013 kam es deshalb aufgrund der durch den R\u00fcckstau des Wehres verursachten Differenz von 57 Zentimetern zwischen Ober- und Unterpegel zu starken Abfl\u00fcssen \u00fcber das Tierparkgel\u00e4nde. Durch dieses &#8220;Wildwasser&#8221; wurde die Saalehalbinsel von der Au\u00dfenwelt abgeschnitten und das unkontrolliert \u00fcberstr\u00f6mte Gebiet verw\u00fcstet. Dem Leiter des Gesch\u00e4ftsbereichs &#8220;Grundlagen, Planung und Bau&#8221; beim Landesbetrieb f\u00fcr Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, Hans-Werner Uhlmann, war die wichtige Funktion der historischen Bernburger Umflutmulde offenbar nach dem Hochwasser 2013 durchaus bewusst, als er in einem Schreiben vom 30. Juli 2013 ausf\u00fchrte: &#8220;Langfristig sollte an dem Ziel einer ausreichenden Durchstr\u00f6mung des Altarmes durch eine breite Mulde festgehalten werden (verantwortlich Stadt Bernburg).&#8221;<\/p>\n<p>Die Notwendigkeit und Verantwortlichkeit einer Bernburger &#8220;Wehr-Umflut&#8221; liegen also Schwarz auf Wei\u00df vor. Doch warum setzen die Entscheider nun nicht zun\u00e4chst die Priorit\u00e4t, dem Fluss seinen Raum wiederzugeben, bevor ihm neue Hindernisse in den Weg gestellt werden? Es bleibt zu hoffen, dass es der neuen Barriere besser als den im Jahr 2011 zwischen den B\u00f6gen der Flutbr\u00fccke aufgeschichteten Sands\u00e4cken gelingt, sich gegen die entfesselte Macht der Saale zu stemmen. Noch besser w\u00e4re es aber, dieser geballten Energie m\u00f6glichst auszuweichen. Meiner Meinung nach hat man im Bernburger Rathaus, welches nun bald seit 100 Jahren weit oberhalb des hochwassergef\u00e4hrdeten Gebietes liegt, noch nicht erkannt, dass Wasser st\u00e4rker als Stein ist.<br \/>\nOlaf B\u00f6hlk, Bernburg<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leserbrief zum MZ-Artikel &#8220;Schutzring um die Talstadt&#8221; vom 17. 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